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Wir setzen uns auf Diät und nennen es „gesunde Ernährung“, um abzunehmen und endlich die ersehnte Konfektionsgröße 42 zu tragen — schließlich, so glauben wir, seien die richtigen Formen entscheidend für das persönliche Glück. Aufrichtig meinen wir, Selbstliebe könne nur durch Entbehrung und Selbstbeschränkung erreicht werden. Wir erreichen die gewünschte Zahl und werden trotzdem nicht glücklicher. Bis wir davon gründlich erschöpft sind.
Es fällt uns schwer, uns selbst zu loben und zu lieben. Selbst wenn wir einfach nur irgendwo stehen, möchten wir uns beinahe dafür entschuldigen. Wir wollen unbedingt „nett“ sein — völlig zu Unrecht. Unser ganzes Leben lang werden wir angestoßen, korrigiert und verbessert. Gerade nahestehende Menschen tun das manchmal mit besonderem Eifer, Härte und Überzeugung.
Wir kennen unsere eigenen Wünsche kaum. Wir haben nicht gelernt zu spüren, was wir wirklich wollen — und das zeigt sich überall, vom Frühstück bis zur Kleidung in der Umkleidekabine. Also fragen wir andere, ob unser Wunsch überhaupt ein Recht auf Existenz hat. Wir sehnen uns nach Nähe und Freude, verhalten uns aber so, als müssten wir vor allem unsere „Normalität“ beweisen. Genau darin liegt die eigentliche Störung: im Wunsch, einer eingebildeten Norm zu entsprechen.
Die seltenen Augenblicke, in denen wir einfach wir selbst sein dürfen, bleiben für immer in Erinnerung. Haben wir dieses Gefühl einmal erlebt, wollen wir immer wieder dorthin zurück. Deshalb ist es so wertvoll, etwas Intimes teilen zu können, als Antwort keine Verurteilung zu hören, verschiedene Seiten von uns zu zeigen und keine Angst vor Ablehnung zu haben.
In gewisser Weise bedeutet das, sich selbst das Recht zuzugestehen, überhaupt zu existieren — sich ein wenig weniger falsch und unvollkommen zu fühlen. Vielleicht lohnt es sich, auf die eigenen Impulse zu hören: Fühlt es sich richtig an oder nicht? Brauche ich das wirklich, oder ist es nur eine fremde Vorstellung? Dann zeigt sich, dass das Gespür für sich selbst und den eigenen Zustand viel wichtiger ist als gesellschaftliche Erwartungen.
Vielleicht begegnen wir weniger unnötigen Menschen, sobald wir das verstehen — weil wir dann genau wissen, wonach unser Herz verlangt. Vielleicht ist es ja einfach ein Croissant.
Akzeptieren wir einander. Wenigstens manchmal. Denn wir alle verdienen es.
Und was selbstbewussten Stil betrifft: Unterwäsche spielt für das Selbstvertrauen eigentlich keine entscheidende Rolle — manche tragen schließlich gar keine.